Dicas de viagem · 7 min

Länder mit Reisewarnung 2027: Was die Hinweise des Auswärtigen Amts wirklich bedeuten

· 23. September 2026

Wo Sie die aktuelle Liste der Länder mit Reisewarnung finden, was Reisewarnung, Teilreisewarnung und Reisehinweis unterscheidet und was das für Pauschalreise, Storno und Reiseversicherung bedeutet – für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Länder mit Reisewarnung sind nicht einfach „gefährliche Länder“: Eine Reisewarnung ist das stärkste Instrument, mit dem das Auswärtige Amt (Deutschland), das BMEIA (Österreich) oder das EDA (Schweiz) vor Reisen in ein Land oder eine Region warnt. Sie ist kein Reiseverbot, hat aber spürbare Folgen für Pauschalreise, Stornierung und Reiseversicherung. Weil sich die Lage oft innerhalb weniger Tage ändert, lohnt es sich mehr zu verstehen, wie die Hinweise funktionieren, als eine starre Liste auswendig zu lernen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wo Sie die offizielle, tagesaktuelle Liste finden, was der Unterschied zwischen Reisewarnung, Teilreisewarnung und Reisehinweis ist und worauf Sie vor der Buchung achten sollten.

In diesem Artikel

Reisewarnung oder Reisehinweis: Was ist der Unterschied?

Das Auswärtige Amt veröffentlicht für jedes Land der Welt Reise- und Sicherheitshinweise. Darin unterscheidet es mehrere Abstufungen:

  • Reise- und Sicherheitshinweise ohne Warnung: Die Seite beschreibt Risiken wie Kriminalität, Terrorismus, Gesundheit, Naturgefahren oder lokale Gesetze, rät aber nicht von Reisen ab. Das gilt für die allermeisten Urlaubsländer.
  • „Von Reisen wird abgeraten“ bzw. „dringend abgeraten“: Das Risiko ist erhöht, touristische Reisen sind nicht empfehlenswert. Formal ist das aber noch keine Reisewarnung.
  • Reisewarnung („Vor Reisen nach … wird gewarnt“): Wird nur bei akuter Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen, etwa bei Krieg, bewaffneten Konflikten, hohem Entführungsrisiko oder Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Sie ist auf den Länderseiten deutlich hervorgehoben.

Wichtig: Auch eine Reisewarnung ist rechtlich kein Verbot. Wer trotzdem reist, tut das auf eigenes Risiko, und die Möglichkeiten der Botschaft, vor Ort zu helfen, sind dann oft stark eingeschränkt.

Teilreisewarnung: Warum fast immer nur Regionen betroffen sind

Die meisten Warnungen gelten nicht für ein ganzes Land, sondern als Teilreisewarnung für bestimmte Provinzen oder Grenzgebiete. Das ist der Punkt, den Schlagzeilen wie „Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach X“ am häufigsten verzerren.

Kenia ist ein gutes Beispiel: Gewarnt wird vor dem Grenzgebiet zu Somalia, während Safari-Regionen und Strände wie Diani regulär bereist werden. Ähnliche Muster finden Sie etwa bei Ägypten (Nord-Sinai), Mosambik (Provinz Cabo Delgado) oder Indien (Teile von Jammu und Kaschmir). Öffnen Sie deshalb immer die vollständige Länderseite und lesen Sie genau, welche Gebiete betroffen sind.

Länder mit Reisewarnung: Wo finde ich die aktuelle Liste?

Die einzige verlässliche Quelle für Reisewarnungen des Auswärtigen Amts ist die offizielle Seite auswaertiges-amt.de – Aktuelle Reisewarnungen. Dort sind alle aktuellen Reisewarnungen aufgeführt; unter Länderinformationen finden Sie jedes Land alphabetisch, und jede Länderseite zeigt oben, ob eine Reisewarnung oder Teilreisewarnung besteht und wann die Hinweise zuletzt aktualisiert wurden.

Zu den Ländern mit Reisewarnung zählen seit Jahren unter anderem Staaten mit Krieg oder bewaffneten Konflikten wie Afghanistan, Syrien, Jemen oder Russland. Die vollständige Liste ändert sich jedoch laufend. Eine Liste in einem Blogartikel kann daher schon veraltet sein, wenn Sie ihn lesen. Prüfen Sie die Länder mit Reisewarnung also immer direkt beim Auswärtigen Amt, idealerweise sowohl bei der Buchung als auch kurz vor der Abreise.

Praktisch: Mit der kostenlosen App „Sicher Reisen“ des Auswärtigen Amts erhalten Sie Push-Nachrichten, sobald sich die Hinweise für Ihr Reiseland ändern. Zusätzlich können sich Deutsche in die Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) eintragen, damit die Botschaft Sie im Notfall erreicht.

Österreich und Schweiz: BMEIA und EDA

  • Österreich: Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) bewertet jedes Land auf einer sechsstufigen Sicherheitsskala. Die höchste Stufe 6 ist die Reisewarnung; für einzelne Regionen gibt es partielle Reisewarnungen. Mit der Reiseregistrierung und der App „Auslandsservice“ bleiben Sie informiert.
  • Schweiz: Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) veröffentlicht Reisehinweise und rät bei hohen Risiken „von Reisen ab“ – für ganze Länder oder einzelne Regionen. Über die App „Travel Admin“ können Sie Ihre Ferien registrieren und Hinweise abonnieren.

Die drei Ministerien kommen nicht immer zum exakt gleichen Ergebnis. Maßgeblich für Ihre Versicherung und Ihre Rechte ist in der Regel das Ministerium Ihres Wohnsitz- bzw. Heimatlandes.

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Was bedeutet eine Reisewarnung für Storno und Reiseversicherung?

Hier liegt die wichtigste praktische Auswirkung:

  • Pauschalreise: Wird nach der Buchung eine Reisewarnung für Ihr Ziel ausgesprochen, gilt das in der Regel als starkes Indiz für „unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“. Sie können dann meist kostenfrei vom Pauschalreisevertrag zurücktreten (in Deutschland nach § 651h BGB). Ein bloßer Sicherheitshinweis reicht dafür oft nicht.
  • Reiseversicherung: Viele Auslandskranken- und Reiseversicherungen schließen Leistungen aus, wenn Sie trotz bestehender Reisewarnung bewusst in das Gebiet reisen. Eine medizinische Evakuierung kann dann schnell Zehntausende Euro kosten.
  • Individualreise: Flüge und Hotels, die Sie einzeln gebucht haben, sind nicht automatisch kostenlos stornierbar. Hier entscheiden die Bedingungen der jeweiligen Anbieter.

Lesen Sie deshalb vor der Buchung die Ausschlüsse Ihrer Police und fragen Sie im Zweifel direkt beim Versicherer nach.

Reisewarnung Afrika: Der Kontinent ist kein Block

Bei der Suche nach „Reisewarnung Afrika“ entsteht schnell der Eindruck, ganz Afrika sei unsicher. Das stimmt nicht. Warnungen betreffen vor allem Konfliktregionen etwa in der Sahelzone, am Horn von Afrika oder im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Viele andere Länder, darunter Inselstaaten wie Kap Verde, Mauritius oder São Tomé und Príncipe, sind seit Jahren entspannte, sichere Reiseziele.

Fünf Tipps vor der Buchung

  1. Lesen Sie die ganze Länderseite, nicht nur die Überschrift, und prüfen Sie, welche Regionen betroffen sind.
  2. Installieren Sie „Sicher Reisen“ (D), „Auslandsservice“ (A) oder „Travel Admin“ (CH) und abonnieren Sie Ihr Reiseland.
  3. Prüfen Sie Ihren Versicherungsschutz für genau dieses Ziel und Ihre geplanten Aktivitäten.
  4. Vergleichen Sie AA, BMEIA und EDA. Unterschiedliche Einschätzungen zeigen, wie dynamisch die Lage ist.
  5. Fragen Sie lokale Veranstalter. Wer vor Ort lebt, kennt die tatsächliche Lage einer Region oft am besten.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Länder haben aktuell eine Reisewarnung?

Die tagesaktuelle Liste der Länder mit Reisewarnung finden Sie nur beim Auswärtigen Amt (bzw. BMEIA oder EDA). Seit Jahren gehören Kriegs- und Konfliktländer wie Afghanistan, Syrien, Jemen oder Russland dazu; für viele weitere Länder gelten Teilreisewarnungen für einzelne Regionen.

Was ist der Unterschied zwischen Reisewarnung und Reisehinweis?

Reisehinweise informieren über Risiken und können von Reisen abraten. Eine Reisewarnung ist die stärkste Stufe und wird nur bei akuter Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen.

Darf ich trotz Reisewarnung reisen?

Ja, eine Reisewarnung ist kein Verbot. Sie riskieren aber Ihren Versicherungsschutz, und die Botschaft kann vor Ort oft nur eingeschränkt helfen.

Kann ich eine Pauschalreise bei einer Reisewarnung kostenlos stornieren?

In der Regel ja, wenn die Reisewarnung nach der Buchung ausgesprochen wurde und Ihr Reiseziel betrifft. Maßgeblich sind die außergewöhnlichen Umstände am Zielort, die Reisewarnung ist dafür ein starkes Indiz.

Gibt es eine Reisewarnung für São Tomé und Príncipe?

Nein. Für São Tomé und Príncipe besteht beim Auswärtigen Amt keine Reisewarnung (Stand Herbst 2026). Die Hinweise betreffen vor allem Gesundheit, Straßenverhältnisse und Bargeld: Es gibt wenige Geldautomaten, Karten werden selten akzeptiert. Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen für touristische Aufenthalte bis 15 Tage kein Visum. Prüfen Sie vor der Abreise trotzdem die aktuellen Hinweise.

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